6 Rennwagen, 7 Räume und 400.000 Legosteine - Formula1
Nach Stationen unter anderem in Madrid, Wien, London, Amsterdam, Oberhausen, Toronto und Melbourne erreichte die Wanderausstellung im Mai München. Auf rund 3.000 Quadratmetern führt der Rundgang durch Vergangenheit und Gegenwart der Formel 1. Sieben Themenräume verbinden Fahrzeuge, Helme und weitere Originalstücke mit Film-, Bild- und Tonaufnahmen. Dabei geht es nicht nur um Fahrer und große Duelle, sondern auch um Konstruktion, technische Umbrüche und die Sicherheitsentwicklung. München ist nach Oberhausen der zweite deutsche Ausstellungsort. Mehr als zwei Millionen Eintrittskarten wurden nach Angaben des Veranstalters für die bisherigen Stationen verkauft.
Im Zentrum stehen sechs Rennwagen aus unterschiedlichen Epochen. Der Ferrari 312B von 1972 erinnert mit seinem flachen Zwölfzylinder an Jacky Ickx, Mario Andretti und Clay Regazzoni. Der Benetton B186 mit Turbo-BMW führte Gerhard Berger 1986 in Mexiko zum ersten Grand-Prix-Sieg des Teams. Aus jüngerer Zeit stammt der Red Bull RB16B, mit dem Max Verstappen 2021 seinen ersten Weltmeistertitel gewann. Der Toyota TF110 dagegen blieb ohne Renneinsatz: Toyota entwickelte ihn für die Saison 2010, zog sich jedoch zuvor aus der Formel 1 zurück. Hinzu kommen der Mercedes W02, den Michael Schumacher und Nico Rosberg 2011 fuhren, sowie der Williams FW26 aus dem Jahr 2004. Dessen auffällige Frontpartie ging als „Walross-Nase“ in die Geschichte der Formel 1 ein.
Die Räume erzählen den Motorsport jenseits glänzender Karosserien. „Once Upon a Time in Formula 1“ blickt mit historischen Aufnahmen und Interviews zurück, das „Design Lab“ verfolgt die Entstehung einzelner Bauteile. „Drivers and Duels“ widmet sich Fahrern, Rivalitäten und prägenden Momenten seit 1950. Besonders eindringlich ist „Survival“: Die Überreste von Romain Grosjeans Haas erinnern an dessen Feuerunfall beim Großen Preis von Bahrain 2020 und an die Fortschritte beim Insassenschutz. Der eigens für München entwickelte Raum „German Drive“ stellt deutsche Fahrer, Rennstrecken und Hersteller in den Mittelpunkt. Zu sehen sind dort auch ein aktueller Rennanzug und ein Helm von Nico Hülkenberg. Im abschließenden „Pit Wall“ verdichten großformatige Projektionen Bilder und Emotionen aus mehr als sieben Jahrzehnten Rennsport.
Wer selbst fahren will, kann im „Fastest Lap“-Simulator auf dem Red Bull Ring eine persönliche Rundenzeit setzen. Der zusätzliche Simulatorzugang ist begrenzt und separat zu buchen; Voraussetzung ist eine Körpergröße von mindestens 1,30 Metern. Im Eingangsbereich steht außerdem ein McLaren in Originalgröße, zusammengesetzt aus rund 400.000 Legosteinen. Lando Norris und Oscar Piastri fuhren mit einem solchen Modell vor dem Miami Grand Prix 2025 über die Strecke. Für Kinder gibt es eine Scalextric-Bahn und eine Bastelvorlage für einen eigenen Rennhelm. Für den Rundgang empfiehlt der Veranstalter mindestens 90 Minuten. Die Ausstellung läuft bis zum 22. November 2026 im Pineapple Park, Arnulfstraße 195 in 80634 München. Öffnungstage und Einlasszeiten wechseln im Herbst; der aktuelle Buchungskalender ist deshalb vor der Anfahrt maßgeblich.